Workshop zum Thema Existenzielle Angst

Impuls 1: Überraschende Herausforderungen meistern

Manche Leute sagen: “Man wird ins Leben gewor­fen”. Dabei ist man noch gar nicht bereit. Man braucht Hilfe, Unterstützung und vie­les ist zu ler­nen bis man sich halb­wegs zurecht­fin­det. Aber dann: Von Schuhe zubin­den und ers­ter Emotionsregulation bis zur Schulreife, viel­leicht auch Berufswahl und Familie gelingt so einiges 😉

Doch immer mal wie­der fühlt man sich in neue Situationen “hin­ein­ge­wor­fen”, für die man gefühlt die Kompetenz (noch) nicht hat.

Erinnerst du dich an eine Situation, in die du kürz­lich “hin­ein­ge­wor­fen” warst? Was hat dir gehol­fen, sie zu meistern?

Impuls 2 – Komfort- und Wachstumszone

Im soge­nann­ten “Komfortzonen-Modell” unter­schei­det man drei Zonen:

  • Komfortzone
  • Wachstumszone
  • Panikzone

Was sind Bereiche in dei­nem Leben, die dir das Leben ange­nehm (kom­for­ta­bel) machen, Zonen, in denen es dir leicht fällt, dein Leben zu gestal­ten und gesund und erwach­sen zu handeln?

Was gibt dir Mut oder lockt dich, dei­ne Komfortzone zu erweitern?

Schloss
Boot und Wale

Impuls 3: Die Freiheit der Wahl

Es braucht ein biss­chen Überwindung, um die Komfortzone zu ver­las­sen und mit vol­len Segeln in See zu ste­chen 😉 Aber nur so ist Wachstum möglich.

Manchmal hält uns Angst davon ab, neue Wege zu gehen. Man weiß schließ­lich nicht, was kommt. Oder die berühm­te “Qual der Wahl”, die Entscheidungs-Angst hemmt einen.

  • Was hilft dir, Entscheidungen zu treffen?
  • Welche ande­ren Ängste hal­ten dich ab, dei­ne Komfortzone zu verlassen?
  • Hast du schon mal vom “Schwindel der Freiheit” gehört? Falls ja, was bedeu­tet er für dich und fällt dir eine Situation ein, wo dir ganz schwind­lig wur­de vor lau­ter Freiheit?

Impuls 4: Höhlenerlebnisse

Angenommen, du hast dich ent­schie­den und nutzt dei­ne Gestaltungsräume. Du machst dich auf zu schwin­del­erre­gen­den Höhen und … sie­he da: Es klappt! Du bist auf dem Gipfel des Glücks angekommen.

Aber ohje! Auf ein­mal kom­men Wolken, du siehst den Weg nicht mehr, hängst “im Berg” fest oder rutschst auf einen Abgrund zu.

Du suchst (und fin­dest) Schutz in einer Höhle. Doch irgend­wann musst du die Höhle wie­der ver­las­sen, um dich auf den Weg zu machen.

  • Was ist für dich eine gute Höhle, in der du dich in Lebensstürmen geschützt fühlst?
  • Was ist eine Höhle, die dich vom Weitergehen abhält und einengt?
  • Was hilft dir, dei­ne Höhle auch wie­der zu verlassen?
  • Wie erkennst du den rich­ti­gen Zeitpunkt?
Berge mit Höhle

Impuls 5: Kraftquellen

Es ist manch­mal gar nicht so ein­fach, ange­sichts von Alltagssorgen, Weltthemen wie Corona, Krieg, Umweltverschmutzung usw. Kraft für Lebensgestaltung zu fin­den. Manche Menschen fällt es unglaub­lich schwer, sich vom “Doom-Scrolling” zu lösen und ande­re fin­den kaum aus ihrer “Vermeidungs-Höhle” heraus.

Es braucht Kraft, Freude und Zuversicht, sich immer wie­der auf­zu­ma­chen und das Leben zu gestalten.

  • Wobei kannst du Kraft tanken?
  • Denke auch an Geschichten dei­ner Klienten: Was erzäh­len sie, was ihnen hilft und Kraft gibt?
  • Was moti­viert dich, Neues anzu­pa­cken, dich nicht unter­krie­gen zu lassen?
  • Welche Möglichkeiten kennst du, den Fokus auf dei­nen Kraftquellen zu hal­ten und sie zu schüt­zen? Zum Beispiel: Dankbarkeitsrituale, Wochenplan, Emotionschecker, Tagebuch schrei­ben etc.

Impuls 6: Scheiterkompetenz

Irgendwann im Leben hat jeder so einen klei­nen “Friedhof der geschei­ter­ten Versuche”. Dort liegt all das begra­ben, was nicht geklappt hat und schein­bar nutz­los war.

Und manch­mal macht das Angst, erneut Verantwortung zu über­neh­men. Man fürch­tet viel­leicht Kritik, neu­es Scheitern, stür­mi­sche Gefilde und mehr Ungemach.

Dein ein­zi­ger Wunsch ist “Schnell weg!” Und manch­mal ist Rückzug natür­lich eine sehr rich­ti­ge Option 😉 Aber was, wenn es eine Verantwortung ist, der du dich stel­len musst, sollst oder willst?

  • Was hilft dir, mit Scheitern umzugehen?
  • Wie machst du aus dem “Friedhof der geschei­ter­ten Versuche” eine “Blumenwiese der Scheiterkompetenz”?
Boot mit hängenden Segeln

Impuls 7: Sinn-Voll leben

“Wer ein Warum im Leben hat, erträgt fast jedes Wie.” Gesagt hat die­sen schö­nen Satz Viktor Frankl, von dem im Vortrag die Rede ist. Er hat erforscht, was Menschen hilft, ein gelin­gen­des Leben zu leben und sich immer wie­der zu motivieren.

Oft sind es gar nicht die gro­ßen Lebensziele und Berufung, die moti­vie­ren, son­dern ganz gewöhn­li­che Alltagsziele: Zum Beispiel Familiengründung, eine Wohnung oder Haus fin­den, den Arbeitsplatz wech­seln u.ä. Und manch­mal kommt gleich kurz nach dem erreich­ten Ziel eine klei­ne oder grö­ße­re Flaute und man fragt sich: Was war mir denn sonst noch wich­tig? Vor lau­ter Fokus habe ich den Blick für das gro­ße Ganze verloren.

  • Hast du dir schon­mal Gedanken gemacht, war­um es dich – gera­de dich – gibt? Wie fin­dest du dein Warum?
  • Falls du gera­de dein Warum nicht vor Augen hast, eine klei­ne oder gro­ße Sinn-Flaute erlebst, was hilft dir, die Flaute auszuhalten?
  • Aus wel­cher Richtung erwar­test du den Wind, der dei­ne Segel neu füllt und dich in Bewegung bringt?

Impuls 8: Isolation

Wir Menschen sind sozia­le Wesen, die Alleinsein zwar eben­so wie Gemeinschaft brau­chen und mögen, vor Einsamkeit aller­dings gehö­rig zurück­schre­cken. Für Gefängnisinsassen z.B. gilt Einzelhaft als eine der här­tes­ten Strafen über­haupt. Die Vorstellung, allein und ver­ges­sen alt zu wer­den, belas­tet nicht weni­ge Menschen.

  • Was ist für dich der Unterschied zwi­schen “gutem Alleinsein” und Einsamkeit?
  • Falls du eine Situation tei­len möch­test: Welche Gedanken haben dich in der Einsamkeit bewegt?
  • Spürst du Angst, wenn du das Wort Isolation hörst? Falls ja, wovor hast du Angst?

Allerdings ist es eine gute geist­li­che Praxis, sich “in die Wüste” oder zumin­dest in das “stil­le Kämmerlein” zurückzuziehen.

  • Falls du eine Situation tei­len möch­test: Was ist oder war dei­ne “Wüstenerfahrung”.
  • Wie hast du dich dabei gefühlt?
  • Hast du etwas dabei gelernt? Wenn ja, was?
einsame Insel mit Palme
Wasserfall

Impuls 9: Existenzielle Angst

Existenzielle Denker sind der Auffassung, dass alle klei­nen und gro­ßen Ängste im Lauf des Lebens im Grunde auf die Angst vor dem Tod hin­wei­sen. Die Angst, nicht (mehr) zu sein, sei die ulti­ma­ti­ve Angst des Menschen und alle ande­ren Ängste oder auch Krankheitsbilder, die mit Angst zu tun haben, gehe auf die­se ulti­ma­ti­ve Todesangst zurück – so ist ihre Hypothese. Umgangssprachlich sagt man auch: “Viele klei­ne Tode sterben”.

Was beson­ders viel Angst macht, ist der freie Fall ins Ungewisse. Menschen mit Gewalterfahrung, Traumata, Nahtoderfahrungen und ande­ren exis­ten­zi­el­len Krisen erzäh­len manch­mal, dass sie das Gefühl hat­ten, der Boden unter ihren Füßen sei ver­schwun­den und sie wür­den ins Bodenlose fallen.

  • Welche Erwartung hast du an den Tod? Gibt es eine ande­re Seite? Wirst du erwar­tet, auf­ge­fan­gen, will­kom­men geheißen?
  • Kannst du dir bewäl­tig­te Fall-Ängste im Lauf des Lebens als Vorbereitung fürs Sterben vor­stel­len? Hilft dir der Gedanke oder eher nicht?

Impuls 10: Visualisierung

Unsere Seele denkt in Bildern. Es kann hilf­reich sein, sol­che Positionierungskarten oder Bildmaterial zu nut­zen, um mit KlientInnenen am Thema Angst zu arbei­ten. Manche malen ihre inne­re Verfassung auch ger­ne selbst, fül­len vor­ge­fer­tig­te “Innere Landkarten der Seele” aus oder ergän­zen sie.

  • Wie wür­dest du dei­ne Karte malen?
  • Welche Begriffe wür­dest du noch ergänzen?

Du kannst die­se Karte auch als rei­ne Bildkarte ohne Texte her­un­ter­la­den und mit eige­nen Begriffen fül­len (oder von KlientInnen fül­len lassen).

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